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der "ANTRAX Datentechnik GmbH"

So funktioniert der „Iridium-SBD“

So funktioniert der Short Burst Data Service (SBD) im Iridium-Netzwerk

Mit Iridium-SBD können kostengünstig kurze Datennachrichten (typischerweise unter 300 Byte) über das Satellitennetzwerk „Iridium“ zu oder von entfernten Zielgeräten gesendet bzw. von dort empfangen werden.

 

Vom entfernten Zielgerät zum Server

Die entfernten Zielgeräte versenden sog. „Mobile Originated Messages“ – Datennachrichten (MO-SBD) über einen Iridium-Transceiver. Dieser wird in der Regel vom Mikrocontroller des Zielgerätes gesteuert. Die Datennachrichten werden über das Iridium-Satelliten-Netzwerk auf das Iridium-Gateway übermittelt und von dort aus als E-Mail (oder IP-Socket) weiter an die zugeordnete E-Mailadresse (oder den Server) des Anwenders. Danach können die Nachrichten archiviert oder in einer Datenbank weiterverarbeitet werden.

 

Vom Server zum entfernten Zielgerät

Vom Host-Computer des Kunden werden „Mobile Terminated Messages“ – Datennachrichten (MT-SBD) per E-Mail oder IP-Socket zum Iridium-Gateway gesendet. Bei entsprechender Konfiguration und Bereitstellung sendet das Iridium-Gateway einen ‚Ring-Alert‘ zum Transceiver, wenn sich eine MT-SBD – Datennachricht in der Warteschleife befindet. Die mobile Anwendung entscheidet dann, ob die MT-SBD – Datennachricht sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen wird.

 

Die genaue Beschreibung des SBD-Modus gibt es hier —>
Iridium Short Burst Data Service Developers Guide V2 01 v1_0.pdf

 

Grundsätzlich gibt beim SBD-Service es eine gewisse Ähnlichkeit zum SMS-Versand/-Empfang im Mobilfunknetz. Allerdings gibt es auch gravierende Unterschiede:

  • Iridium-Module benötigen zum Betrieb keine SIM-Karten o.ä. Jedes Satellitenmodule besitzt eine weltweit einmalige Seriennummer, über die das Modul identifiziert, freigeschaltet und einem Kunden(vertrag) zugeordnet werden kann.
  • Ähnlich wie im GSM-Mobilfunknetz werden Provider benötigt, über die die Satellitenmodule freigeschaltet werden und die die Abrechnung übernehmen. Die bekannten Mobilfunk-Provider (in Deutschland z.B. T-Mobile, Vodafone, e-Plus, O2 und deren Vertragspartner) sind dagegen keine Iridium-Provider!
  • anders als im Mobilfunknetz beim SMS-Empfang muss immer aktiv „beim Satelliten“ nachgefragt werden, ob eine Datennachricht vorliegt (incl. Einbuchungsvorgang)
  • jede Aktion, d.h. auch jeder Einbuchungsvorgang ist kostenpflichtig … auch wenn aktuell gar keine SBD-Datennachrichten abholbereit sind
  • Die Verbindungkosten im Iridium-Satellitennetz sind etwas höher als die des Mobilfunknetzes. Von den Iridium-Providern werden, ähnlich wie auch von Mobilfunk-Providern,  unterschiedliche Tarife mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten. Prepaid-Varianten sind unseres Wissens z.Z. nicht erhältlich. Ein „einfacher“ Datentarif kostet z.Z. etwa 20 EUR monatlich plus einmalige Aktivierungskosten.